Regenwasser-Check

Wirtschaftlichkeit der Regenwassernutzung

Voraussetzung für eine gute Wirtschaftlichkeit ist die richtige Zisternengröße. Wird sie zu klein gewählt, muss über die gesamte Lebensdauer der Zisterne – bei einer guten Qualität 30 Jahre und weit darüber – mehr Trinkwasser als notwendig bezogen werden. Ist der Speicher zu groß, wurden zu hohe Investitionen getätigt und ein zu langes Verweilen des Wassers im Speicher oder fehlende Überläufe können Probleme mit der Wasserqualität – damit auch Regenwasserverluste – verursachen.

Mit dem Regenwasser-Check (ReWaCheck) stehen zur Berechnung des Zisternenvolumen zwei unterschiedliche Verfahren zur Auswahl, deren Ergebnisse in einem Bericht zusammengefasst werden.

Die Höhe der Investitionen sind zum großen Teil von Bedingungen am Standort abhängig: etwa die Zugänglichkeit zum Aufstellort, die Bodenbeschaffenheit oder die notwendigen Installationen. Hier soll auf einige weitere Aspekte aufmerksam gemacht werden, die bei einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wichtig sind.

Einsparung von Wasserentgelten

Die Einsparung von Entgelten ist in den Satzungen der Kommunen oder Wasserversorger geregelt. Diese können sehr unterschiedliche Regelungen enthalten, deren häufigsten im Folgenden beschrieben sind:

Im günstigsten Fall erlaubt die Kommune Regenwassernutzung ohne Auflagen. Die gesamten Entgelte für Abwasser und das ersetzte Trinkwassers können dann als Einsparung gerechnet werden. Manche Kommunen fördern zusätzlich die Regenwassernutzung mit Zuschüssen zu den Investitionen.

Als Voraussetzung für eine Reduzierung von Entgelten kann ein Mindestvolumen der Zisterne gefordert sein. In einigen Fällen gibt es auch eine Bagatellgrenze der genutzten Regenwassermenge, die überschritten werden muß.

Häufig sind geeichte Wassermengenzähler zur Messung der genutzten und in die Kanalisation geleiteten Regenwassermengen vorgeschrieben. Andere Satzungen verwenden Berechnungsmodelle, die in unterschiedlichen Kombinationen der nachfolgend beschriebenen Bemessungsansätze enthalten sein können.

Schmutz- oder Abwasserentgelte aus der Regenwassernutzung werden manchmal als Pauschale pro Person oder pro Haushalt berechnet. Gelegentlich wird bei den Pauschalen unterschieden, für welchen Zweck Regenwasser genutzt wird.

Es kann auch ein Anteil der Durchschnittsniederschläge auf die Auffangfläche als Berechnungsgrundlage angesetzt werden. Seltener wird dafür ein Anteil am bezogenen Trinkwasser verwendet.

Das Gießwasser für den Garten / die Grünanlage gelangt nicht in die Kanalisation und wird deshalb als „Wasserschwund“ bei der Abwassermenge berücksichtigt.

Wenn Niederschlagswasser nicht zurückgehalten und versickert werden muss, wird in aller Regel eine Reduzierung dieser Entgelte über die angeschlossene Auffangfläche ermittelt. Das kann ein fester Anteil oder ein Flächenanteil pro Kubikmeter Speichervolumen – maximal der gesamte Auffangbereich – sein, der von den Entgelten ausgenommen wird.

Eine andere Regelung für Niederschlagswasser erwartet ein Mindestverhältnis: entweder der Auffangfläche zum Speichervolumen oder des Volumens zur Fläche. Manche Satzungen unterscheiden zudem, ob das Überlaufwasser der Zisterne in die Kanalisation geleitet oder versickert wird.

Zum Teil akzeptieren Kommunen als Alternative zu einer Messung oder Berechnung einen prüfbaren Nachweis. Dann kann eine Berechnung nach dem differenzierten Verfahren auch Grundlage für die Berücksichtigung der Mengen von Wasserschwund und Abwasser aus der Regenwassernutzung sein.

In den ReWaCheck-Ergebnissen werden die Menge des in die Kanalisation zu leitendem Regenwassers (z. B. aus der Nutzung für die Toilettenspülung), die Menge von Wasserschwund und die Menge des Filterverlust- und Überlaufwassers mit angegeben.

Vermeidung oder Verringerung von Überflutungsrisiken

Starkregenereignisse sind Wetterextreme, die überall auftreten können und mit deren Zunahme aufgrund des Klimawandels gerechnet werden muss. Sehr viel Niederschlag in kurzer Zeit kann zur Überlastung des Kanalsystems führen, wodurch Straßen und Keller überflutet werden.

Da eine Regenwasserzisterne nur zeitweise ganz gefüllt ist, kann sie häufig in solchen Situationen zumindest einen Teil der Niederschläge auf die Auffangflächen aufnehmen und damit Überflutungsschäden reduzieren oder ganz verhindern. Der ReWaCheck berechnet anhand eines Beispiels auch die Aufnahmefähigkeit des ermittelten Zisternenvolumens bei einem Starkregenereignis.

Eine zusätzliche Entlastung bewirken Retentionsspeicher, die, entweder als Bestandteil der Zisterne oder als eigenes Bauelement, zunächst große Wassermengen aufnehmen und dann verzögert an die Kanalisation abgeben oder einer Versickerung zuführen.

Schonung der Trinkwasservorräte

Trinkwasser wird in Deutschland zum überwiegenden Teil aus Grundwasser gewonnen. Viele dieser Vorräte sind durch zu hohe Konzentrationen von Nitraten stark belastet, was eine kostenintensive Aufbereitung erforderlich macht und in Zukunft deutliche Entgeltsteigerungen beim Trinkwasser erwarten läßt.

Regenwasser ist mit seiner Badegewässerqualität für viele Verwendungszwecke ausreichend oder, wegen seines geringen Kalkgehaltes, sogar noch besser geeignet. Dessen Nutzung schont die Trinkwasservorräte und die Konzentrationen von Schadstoffen werden, wegen der dann größeren verbleibenden Grundwassermengen, gesenkt.

Mit einer Versickerung des Überlauf- und Filterverlustwassers – gefiltert von den Bodenschichten – können die Grundwasservorräte ergänzt werden. Bei einer Einleitung in die Kanalisation würde dieses unbelastete Wasser, zusammen mit Schmutzwasser, in der Kläranlage aufwändig behandelt – eine der energieintensivsten Aufgaben einer Kommune.



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